Eine kurze Geschichte von Reteaming
Die Anfänge
Machen wir eine Zeitreise zurück in die 90er Jahre. Zusammen mit meinem Kollegen Tapani Ahola arbeite ich als Lehrer des ersten Kurztherapie-Ausbildungsprogramms in Finnland überhaupt. Ich bin frisch promovierter Psychiater und Tapani ist Sozialpsychologe. Wir sind begeistert von Familientherapie, Kurztherapie und vor allem von der damals aufregenden neuen Methode, der lösungsfokussierten Therapie.
Tapani hatte viel Erfahrung mit Vorträgen und Workshops für Unternehmen und Organisationen zu den Themen Führung, Problemlösung und Teamarbeit. Auch ich hatte nebenbei etwas in diesem Bereich gearbeitet. Ich hatte Vorträge über Stressbewältigung und die Verbesserung des Arbeitsklimas gehalten und war auch als psychologischer Berater für das arbeitsmedizinische Team einer großen finnischen Bank tätig. Es gab ein wachsendes Interesse an dem, was wir darüber zu sagen hatten, wie die lösungsfokussierte Psychologie zur Verbesserung von Arbeitsplätzen und zur Entwicklung der Führungsfähigkeiten von Managern eingesetzt werden könnte.
Wir waren zu dem Schluss gekommen, dass sich viele der Prinzipien der lösungsfokussierten Therapie gut für die Teamentwicklung und die Verbesserung von Arbeitsplätzen eignen. Dem Feedback nach zu urteilen, das wir bekamen, schienen auch unsere Firmenkunden so zu denken. Einige große finnische Unternehmen, darunter Finnair, unsere nationale Luftfahrtgesellschaft, Neste, der Name unserer damaligen nationalen Ölgesellschaft, und Sonera, ein großes Telekommunikationsunternehmen, traten mit dem Wunsch an uns heran, lösungsfokussierte Ideen auf allen Ebenen des Unternehmens zu verbreiten. Uns war sofort klar, dass wir, zwei Vollzeit-Lehrer für lösungsfokussierte Psychotherapie und Beratung, niemals die Zeit haben würden, solche riesigen Projekte persönlich zu betreuen. Daher beschlossen wir, ein Selbsthilfe-Handbuch zu entwickeln, das es jedem Team ermöglichen würde, seine Arbeitsweise mit Hilfe eines lösungsfokussierten Protokolls selbständig und ohne externen Coach zu verbessern.
Wir beschlossen, die Selbsthilfe-Selbstverbesserungsmethode für Teams „Reteaming“ zu nennen, und wir beauftragten sogar eine Werbeagentur, uns bei der Ausarbeitung eines beeindruckenden, spiralgebundenen, farbenfrohen Handbuchs mit Cartoons zu unterstützen. So sollten die Teams in einfacher Weise verstehen, wie sie die Funktionsweise ihres Teams verbessern können. Das Handbuch basierte auf Fragen, die die Teammitglieder gemeinsam erörtern sollten. Bei den Fragen handelte es sich größtenteils um lösungsorientierte Standardfragen wie z. B.
- „Wie soll Ihr Team in Zukunft funktionieren?“
- „Welche Ziele haben Sie?“
- „Welche Fortschritte haben Sie bereits gemacht?“
- „Welche Ressourcen sehen Sie bei sich und anderen, die es Ihnen ermöglichen, Ihre Ziele zu erreichen?“
… mehr im Buch Praxisbuch Reteaming
